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Strahlfäule
ist eine Zerstörung des Horns in den Strahl- und Ballenfurchen
durch bakterielle Fäulnis. Sie beginnt fast immer in den der
Reinigung schwer zugänglichen tiefgelegenen Bereichen oder
in Hohlräumen, die durch eingetretene Steine entstanden sind.
Diagnose:
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Typischer,
leicht stechender Fäulnisgeruch
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Befallene
Hornsubstanz dunkel, weich, bröckelig
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Bei
starkem Befall Lahmheit infolge Reizung der Lederhaut.
Ursachen:
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Mangelhafte
Bodenhygiene - Ammoniak aus Harn zerstört das Horn
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Bewegungsmangel.
Eine der Hauptursachen für
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Schlechte
Hornqualität- Eindringen von Bakterien durch Spalten
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Vitaminmangel
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Schlechte
Hufpflege
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Falsche
(austrocknende) Hufpflege (Seifenlauge!)
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Falsches
Ausschneiden: der Strahl trägt nicht mit
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Zwanghuf
Behandlung:
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Ursachen
abstellen!
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Richtig
ausschneiden- Zwanghuf bekämpfen!!
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Ausschneiden
der fauligen Bezirke, wobei der Strahl möglichst geschont
werden muss!
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Austrocknende
Substanzen (nach Reinigung!) auftragen. Hierzu gehören
Kupfersulfat (unverdünnt oder als Lösung), Kaliumpermanganat,
Jodoformäther. Darüber können dann dünne
Wattewickel (besser dünne Gazestreifen) in die Strahlfurche
gedrückt werden, die beim Bewegen des Pferdes eine gute
Schutzwirkung haben.
Vorsicht:
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Bei
tiefen Defekten reizen diese Substanzen die Lederhaut- Gefahr
von Lahmheit oder (bei längerer Anwendung) sogar Hufkrebs!
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Die
häufig empfohlene Anwendung von Hufteer ist falsch. Nässe
und Bakterien werden dadurch geradezu eingeschlossen. Hufteer,
wenn überhaupt, nur am gesunden Huf zum Schutz vor extremen
wetterbedingten Belastungen anwenden!
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Hufabszess
Der
Hufabszess ist eine Eiteransammlung in der Lederhaut. Er entsteht
aus meist kleinen infektiösen Lederhautentzündungen. Es
müssen also Bakterien im Spiel sein. Sind nur oberflächliche
Teile der Lederhaut betroffen, ist der Eiter meist dünnflüssig
und durch Einschmelzen pigmentierter Zellen eventuell schwarz gefärbt.
Bei Beteiligung tieferer Schichten ist das Sekret meist dickflüssiger
und gelber. Je älter der Abszess ist, desto mehr geht die Farbe
des Eiters ins bräunliche (Mahlzeit).
Entstehung:
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Eindringen
von Bakterien durch kleine Hornrisse und -Spalten
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Infizierte
Lederhautverletzungen wie Nageltritt, Kronentritt, fälschlich
geschnittene Steingallen.
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Eventuell
auch Einschwemmung von Bakterien mit dem Blut.
Es
ist also klar, dass schlechte Hornqualität Hufabszesse begünstigt.
Diese wiederum ist abhängig von
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Jahreszeit
(schlechter im und nach dem Haarwechsel)
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Veranlagung
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Fütterung
(Vitamine!)
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Haltung
und Pflege (Bewegung, Einstreu, Hufpflege)
Symptome:
Diese
sind nicht immer so offensichtlich und so vollständig vorhanden,
wie im Lehrbuch beschrieben. Deshalb werden sie im Folgenden kurz
kommentiert.
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Lahmheit:
-
Mittel-
bis hochgradig. Setzt eigenartigerweise fast immer ganz plötzlich
ein. Auffußung je nach Lage des Abszesses verändert.
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Die
Lahmheit kann auch nur geringgradig sein. Tiefliegende Abszesse
schmerzen eventuell erst nach dem Ausschneiden, wenn sie näher
an der Oberfläche sind. Da das Pferd aber erst nach dem
Beschlagen vorgetrabt wird, kann der Hufabszess mit einer Vernagelung
verwechselt werden.
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Druckschmerz
- Zangenprobe positiv
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Leider
auch nicht immer! Oft erst nach Abnehmen des Eisens, deshalb
ist diese Entscheidung bei einer Lahmheit oft schwer zu treffen.
Da die Zangenprobe von den Druckverhältnissen im Huf abhängig
ist, ändert sie sich teilweise mit dem Schneiden bei der
Abszesssuche. Es muss also ständig vorsichtig nachgeprüft
werden. Dies hat außerdem den Vorteil, dass man vielleicht
mit der Zange etwas Eiter herausdrückt und so den Abszess
besser findet. Manchmal erreicht man dies auch, wenn man das
Pferd mit dem erkrankten Huf treten lässt (falls möglich,
den gegenseitigen Huf kurz aufheben).
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Wärme
-
Auch
dieses Symptom kann fehlen, wenn zum Zeitpunkt der Abszessbildung
die eigentliche Entzündung schon abgeklungen ist.
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Das
Pferd geht meist erst bei Druckanstieg durch Eiterbildung lahm!
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Pulsation
der Fußarterie
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Fast
immer vorhanden, aber leider auch bei allen anderen Entzündungsprozessen
im Huf.
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Schwellungen
-
Manchmal
bis übers Fesselgelenk. Gemeinerweise können sie das
einzige Symptom sein, das Pferd geht also auch (noch) nicht
lahm.
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Eiteraustritt
an Kronsaum oder Ballen
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Meist
Spätsymptom: Der Eiter sucht sich selbst einen Weg (Fistel).
Wird erstaunlich oft übersehen, v.a. am Ballen. Hier entsteht
eine schmierige, übelriechende Stelle am Kronsaum.
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Löst
beim Tierarzt Freude aus, da Diagnose und Lage des Abszesses
jetzt endlich ziemlich klar sind.
Behandlung:
Bei
Verdacht auf H. muss das Eisen abgenommen und der Abszess mit
der Zange gesucht werden. Das klingt einfacher, als es ist (s.o.).
Der Abszess wird aufgeschnitten, wobei das Loch innen nicht zu
groß sein darf, damit die Lederhaut nicht vorfällt.
Nach außen muss das Loch trichterförmig weiter werden,
damit sich der Kanal nicht wieder schließt.
Dann
kommt für zwei Tage ein Angussverband mit Rivanol o.ä.
drauf. Es folgen, wenn nicht noch mal nachgeschnitten werden muss,
trockene Verbände, bis die Lederhautreizung abgeklungen,
die Wunde also trocken ist, und das Pferd nicht mehr lahmt.
Nach
dem Abheilen des Abszesses muss ein glatter Anschluss zwischen
der Huflederhaut und dem Hornrand des Loches hergestellt werden,
da sich sonst leicht eine doppelte Sohle bilden kann.
Manche
Pferde gehen erst nach Beschlag oder mit Hufschuh wieder völlig
gerade. Ebenso kommt es vor, dass die Lederhaut noch längere
Zeit etwas Feuchtigkeit absondert. Deshalb darf das Loch auch
nach der Heilung nie zugestopft werden! Ist das Sekret klar und
das Pferd gerade, kann man es trotzdem wieder anreiten.
Da
das neue Horn zunächst sehr empfindlich ist, soll das Pferd
für eine Ausschneideperiode mit Hufschuh gehen oder eine
Ledersohle erhalten (besser aber zwei!).
Bei
jedem Hufabszess ist die Frage nach dem Tetanusschutz wichtig!
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Kronsaumverletzungen
Kronsaumverletzungen
können bei scheinbar geringfügiger Ursache sehr unangenehme
Auswirkungen haben. Die Aussichten richten sich nach Lage, Größe
und Tiefe der Verletzung und nach der Empfindlichkeit des Pferdes
gegen Infektionen (Phlegmone!). Bei nicht geimpften Pferden ist
das Tetanusrisiko sehr hoch.
Ursachen:
-
Tritte,
Anschlagen (z.B. beim Springen)
-
Greifen
z.B. bei Stops und engen Wendungen. Sehr schlecht wie immer:
Stollen
1.
Oberflächliche Verletzung
Meist belanglos, aber praktisch immer infiziert.
Behandlung:
Angussverband
für einen Tag ist sehr gut, auf jeden Fall besser als Blauspray.
Haare über der Wunde abschneiden, da sie die Wundoberfläche
ständig reizen und so die Heilung behindern.
Achtung:
Auch
bei scheinbar kleinen Verletzungen sehr sorgfältig untersuchen,
ob ein Fremdkörper in der Wunde steckt, eventuell zwischen
Hornwand und Lederhaut. Dies passiert nicht selten durch Anschlagen
beim Springen über Holzhindernisse, z.B. Baumstämme.
Verdächtig: starke Lahmheit.
Meist
ragt nur der kleinste Teil des Fremdkörpers über den
Kronrand hinaus. Oft ist er leichter zu tasten (Schmerzreaktion!)
als zu sehen. Entfernen ist ohne örtliche Betäubung
(Tierarzt) kaum möglich.
2.
Tiefere Verletzung
eventuell mit Quetschung der Kronenhaut oder Trennung von Saumband
und Hornwand:
-
Behandlung
muss rasch erfolgen, sonst leicht Komplikationen:
-
Eitrige
Lederhautentzündung
-
Absterben
von Haut- und Lederhautteilen (Nekrose)
-
Hufknorpelnekrose
und Fistel
-
Hornspalte,
Hornkluft, Hornsäule
-
Kronrandphlegmone,
die sich sehr leicht ausbreitet
-
Strecksehne
verletzt: Sehnennekrose möglich
-
Huf-
oder Krongelenk geprellt: Schalenbildung möglich
-
Huf-
oder Krongelenk verletzt (sog. perforierender Kronentritt):
Letzteres
ist nicht selten bei Kronsaumverletzungen im Zehenbereich. Bei
genauer Untersuchung erkennbar am Austritt von Gelenksflüssigkeit:
Dicke, klare, fadenziehende Flüssigkeit. Wird schon durch
kurzzeitige Bewegung nach der Verletzung schaumig.
Durch
Bewegung der verletzten Gelenkskapsel dringen sehr leicht Bakterien
in die Kapsel ein. Folge: Gelenksentzündung.
Behandlung:
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Haare
am Kronsaum abschneiden
-
Entozon-
Angussverbände für mehrere Tage
-
Bei
tieferen Verletzungen anschließend Salbenverbände
bis zur völligen Abheilung! Keine lebertranhaltigen Salben,
da sie unterhalb von Carpal- bzw. Sprunggelenk die Bildung von
überschüssigem Wundgewebe fördern.
-
Bei
Saumbandtritt: Darrunterliegendes Horn halbmondförmig abschneiden
mit schrägem Anschluss zur intakten Lederhaut.
-
Mindestens
drei Tage nur sehr schonend bewegen (Schritt).
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Bei
Anzeichen von Gelenkverletzungen immer Tierarzt!!
-
Stets
sorgfällig auf sich ausbreitende Schwellungen achten und
drei Tage Fieber messen!
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Kronsaumentzündung
Der
Kronsaum schwillt an, umschrieben oder am ganzen Huf. Das ist leicht
daran zu erkennen, dass die darrüberliegenden Haare igelartig
abstehen. Bei längerer Erkrankung wird rissiges, rinden- artiges,
manchmal in Parallelringen angeordnetes Horn gebildet.
Ursachen:
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Kronentritte
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Stauchungen
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Distelstiche
auf der Weide
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Verbrennungen,
Verätzungen
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Einreibungen
mit zu scharfen Mitteln
Behandlung:
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Ursache
entfernen! Gute Aussichten bestehen nur in frischen Fällen.
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Entozon
- Angussverbände für einen Tag. Dann desinfizierende
Salbenverbände (Jodsalbe, Entozonsalbe) für ca. drei
Tage.
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Falls
nötig, noch einige Tage Verbände mit hautpflegender
Salbe (z.B. Bepanthensalbe). In schweren Fällen für
mehrere Tage Antibiotika.
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Kronsaumentzündungen
sollte man nicht unterschätzen! Sie werden sehr leicht
chronisch und sind dann kaum noch heilbar!
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