BESW - Hufakademie

Hufpflege - Huftechnik - Hufbeschlag

Western Farrier
Westernreiten ist eine der populärsten Pferdesportarten. Jede ihrer Teildisziplinen stellt an das Pferd eigene Anforderungen. Um diesen gerecht zu werden, benötigen die Pferde spezielle Hufbeschläge. Sie sollen dem Pferd eine erfolgreiche und die Gesundheit schonende Teilnahme an diesem Sport ermöglichen. Sorgfältige und intensive Ausbildung sind daher unabdingbare Voraussetzung, um in diese Hufbeschläge ausführen zu können.

Ein nach Western-Art gerittenes Pferd benötigt für die Turnierteilnahme spezielle Beschläge. Diese unterscheiden sich nach den verschiedenen Disziplinen. Neben dem klassischen Sliding-Beschlag werden noch weitere Beschlagsarten für die Disziplinen Western Pleasure, Cutting, Reining und Working Cowhorse benötigt. Diese spezialisierten Beschlagsarten kommen jedoch in der klassischen Hufbeschlagausbildung nur am Rande bis gar nicht vor.

Diesem Defizit versucht nun eine sechsteilige Fortbildungsreihe der BESW Akademie abzuhelfen. In Augsburg und Heidenheim vermitteln jeweils dreitägige Kurse die Besonderheiten der Western-Beschläge. Neben der richtigen Fertigung des Beschlags geht es vor allem um die Anpassung an die anatomischen Gegebenheiten der Pferde und die Ausrichtung auf die in den jeweiligen Disziplinen gewünschten Bewegungsabläufe. Anatomie und Exterieur der Pferde nehmen also einen wichtigen Platz in der Fortbildung ein.

Die sechs Kursblöcke erstrecken sich ab November über ein Jahr und werden von Christian Schösser aus Augsburg gestaltet. Schösser züchtet selber Quarterhorses und bestreitet Turniere. In Ermangelung einer entsprechenden Ausbildungsmöglichkeit, absolvierte er umfangreiche Praktika bei ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet wie D. Sanders und bildet sich regelmäßig in den USA fort. Seit vielen Jahren ist er auf Westernbeschläge spezialisiert. Seit einigen Jahren ist er Turnierhufschmied der Americana. Ihm steht ein Westerntrainer mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Disziplinen zur Seite. Die Fortbildungsreihe schließt mit einer Prüfung zur Erlangung eines Zertifikats ab.
Lehrgangsinhalte nach Kursblöcken
Der erste Kursblock dient dem Überblick über die Besonderheiten der Westernhufbeschläge. Die folgenden vier Kursblöcke stehen jeweils unter dem Thema eines Westernbeschlags. Sie finden nach dem gleichen Muster statt: Freitag ist Theorietag, Samstag ist Praxistag am Hufpräparat, Sonntag ist Praxistag am Pferd.
A. Kursblock 1: Überblick Western-Reiten und Western-Beschläge
Am ersten Tag werden die verschiedenen Disziplinen der Western-Reiterei zusammen mit einem Western-Trainer vorgestellt. Dabei geht es zum einen um den Ablauf der verschiedenen Disziplinen. Was wird nach dem Regelbuch der DQHA verlangt, worauf legen die Richter Wert. Welche biomechanischen Abläufe sind am Pferd während der Wettbewerbe zu beobachten, wie kann dies durch einen geeigneten Beschlag unterstützt werden.

Am zweiten Tag geht es um die Feinheiten der anatomischen Beurteilung vor allem hinsichtlich der Eignung für das

 

Western-Reiten und die Einstellung der Western-Beschläge darauf.
Am dritten Tag folgen einige Vorführungen der verschiedenen Western-Beschläge und erste eigene Übungen.


B. Kursblock 2: Western Pleasure

Tag 1 (Theorie)
• Anforderungen der Western Pleasure-Disziplin
• Biomechanik und Anatomie
• Beschlagszwecke

Tag 2 (Praxis)
Beschlagsübungen am Präparat

Tag 3 (Praxis)
Beschlagsübungen am Pferd




C. Kursblock 3: Cutting

Tag 1 (Theorie)
• Anforderungen der Cutting-Disziplin
• Biomechanik und Anatomie
• Beschlagszwecke

Tag 2 (Praxis)
Beschlagsübungen am Präparat

Tag 3 (Praxis)
Beschlagsübungen am Pferd



D. Kursblock 4: Reining

Tag 1 (Theorie)
• Anforderungen der Reining-Disziplin
• Biomechanik und Anatomie
• Beschlagszwecke

Tag 2 (Praxis)
Beschlagsübungen am Präparat

Tag 3 (Praxis)
Beschlagsübungen am Pferd

E. Kursblock 5: Working Cowhorse

Tag 1 (Theorie)
• Anforderungen der Reining-Disziplin
• Biomechanik und Anatomie
• Beschlagszwecke

Tag 2 (Praxis)
Beschlagsübungen am Präparat

Tag 3 (Praxis)
Beschlagsübungen am Pferd

F. Kursblock 6: Perfection Days

Tag 1 (Theorie)
Lernzielkontrolle: Theorie des Western-Beschlags

Tag 2 (Praxis)
Beurteilungen
Schmiedeübungen
Kollektion

Tag 3 (Praxis)
Beschlagsübungen am Pferd
Prüfungsvorbereitung

Prüfung
Voraussetzung für die Teilnahme an der Prüfung und an den Kursen gleichermaßen ist die erfolgreiche Teilnahme an einer von der European Federation of Farriers Associations (EFFA) anerkannten Hufbeschlagprüfung. Die Prüfung unterteilt sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil. In der Theorie wird der Unterrichtsstoff der Theoriekurse schriftlich abgeprüft.

Wenn man durch die Prüfung zu fallen droht, gibt es in dem jeweiligen Fach eine mündliche Nachprüfung, bei der man sich um eine Note verbessern kann. Verschlechtern kann man sich nicht.

Die Praxisprüfung am folgenden Tag besteht aus drei Teilen:
• 4-teilige Western-Beschlags-Kollektion
• Kollektionsdemonstration während der Prüfung
• Beschlagsarbeit am Pferd

Jeder einzelne Prüfungsteil muß bestanden werden.

Die Prüfungsergebnisse liegen in der Regel noch am selben Tag vor. Zeugnisse und Urkunden werden bei einer kleinen Feier am Abend verteilt.

Die Prüfung wird vermutlich im Oktober 2012 in der Nähe von Osnabrück stattfinden.
Referenten
In der Heimatstadt der Americana ist es nicht weiter verwunderlich, dass Christian Schösser Western-Reiter ist. Auch wenn ihn erst seine Frau 1992 aufs Pferd brachte. Zuvor hat der 1965 geborene Augsburger und gelernte Fernmeldehandwerker noch zwei Meisterprüfungen erfolgreich absolviert: als Fernmeldeanlageninstallateur und Elektroinstallateur. Natürlich züchtet er auch selber Quarter speziell fürs Reining und startet auch in dieser Disziplin auf Turnieren. Man sieht ihn daher regelmäßig auf den Futurities der NRHA in Oklahoma.

Seit seiner Hufbeschlagprüfung hat er sich auf Westernbeschläge spezialisiert und hier vor allem natürlich auf Sliding-Beschläge. In Ermangelung einer entsprechenden Ausbildungsmöglichkeit, absolvierte er umfangreiche Praktika bei ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet wie D. Sanders und bildet sich regelmäßig in den USA fort. Seit einigen Jahren ist er Turnierhufschmied der Americana.

Eine mindestens ebenso große Spezialität sind seine orthopädischen Beschläge, die er nach Bedarf aus Aluminium oder Eisen anfertigt. Nur wenige beherrschen derart viele Spezialalus wie Christian. Dazu passen seine umfangreichen Kenntnisse und Fertigkeiten über Klebetechniken jeglicher Art: vom einfachen Kunsthorn über verschiedene Klebeschuhe bis zu Stoß dämpfenden Polstern und Gelpads.


Ausbildungsorte
Die Theoriekurse finden sämtlich in den Räumen der VHS Heidenheim statt. Die Praxiskurse finden in einem Radius von 50 km um die Ausbildungsorte Heidenheim und Augsburg statt. Geplant ist eine Reitanlage nahe Aalen und verschiedene Anlagen in der näheren Umgebung von Augsburg.

Wir haben beispielhaft einige Fotos von den Ausbildungsorten abgedruckt.

Verschiedene praktische Hinweise
A. Versicherung
Bei uns sind Sie auf zweifache Weise abgesichert: zum einen haben wir für Sie eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen und zum anderen sind Sie als Fortbildungsteilnehmer der BESW-Akademie über uns Mitglied in der Verwaltungsberufsgenossenschaft. Die Haftpflichtversicherung tritt bei Schäden ein, die durch Ihre Handlungen im Rahmen der Kurse verursacht werden. Sie müssen lediglich die Selbstbeteiligung von derzeit € 150 pro Schadensfall tragen.

Die Berufsgenossenschaft tritt ein, wenn Sie selbst im Rahmen der Ausbildung zu Schaden kommen. Dies schließt generell auch die Wege zu Kursen ein.
B. Zahlungsweisen
Die einfachste Möglichkeit ist die Zahlung vor jedem Kursblock. Spätestens drei bis vier Wochen vor jedem Kurs erhalten Sie eine Teilnehmerinformation mit den wichtigsten Informationen über den genauen Kursort, den Referenten etc.. Gleichzeitig erhalten Sie auch die Rechnung zu diesem Kurs, die dann innerhalb einer Woche zu begleichen ist.

Sie können aber auch vor dem ersten Kurs einen Teil der Gebühren begleichen und dafür einen Nachlaß in Anspruch nehmen.
C. Teilnehmerlisten
Vor Kursbeginn erhalten Sie eine Liste mit den Adressen aller Teilnehmer, damit Sie Fahrgemeinschaften bilden können.
D. Unterbringung und Verpflegung
Sie erhalten von uns für jeden konkreten Unterrichtsort Unterkunftslisten der Umgebung, so dass Sie Ihre eigene Übernachtung preisgünstig organisieren können; oder luxuriös, ganz nach belieben. Oft mieten mehrere Kursteilnehmer zusammen eine Ferienwohnung.
E. Werkzeug
Werkzeug und Verbrauchsmaterial stellen Sie selbst.
F. Anfahrt
Sie erhalten zu Ausbildungsbeginn Anfahrtsskizzen zu jeder Reitanlage, in der Ausbildung stattfindet mit der genauen postalischen Angabe, so dass auch Ihr Navi dort hin finden kann.

Hinweis:
Für verbindliche Angaben über Ausbildungsinhalte und Prüfungsverfahren vergleiche die jeweiligen Ausbildungsverträge.

Die Broschüre als Download

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