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Huftechnik
als Beruf
Der Huftechniker verwendet
alle Hufschutzmaßnahmen außerhalb des klassischen Eisenbeschlags.
Seine Tätigkeit lässt sich in fünf Arbeitstechniken
unterteilen: Kunststoffhufschutz, Aluminiumhufschutz, Kombimaterial,
Klebeschuhe und Kunsthorn.
Das Werkstattfahrzeug eines Huftechnikers ist in der Regel mit sehr unterschiedlichen Produkten ausgestattet Alle Tätigkeiten im Bereich der Huftechnik bauen auf der Hufpflege und den beschriebenen Arbeiten und Möglichkeiten des Hufpflegers auf.
Daher ist die Ausbildung und Prüfung zum Hufpfleger Voraussetzung für die Prüfung zum Huftechniker. Auf die Hufpflege aufbauend wendet der Huftechniker alle innovativen Arten des Hufschutzes an, einmal als reinen Abriebschutz aber auch im orthopädischen Bereich bei verschiedenen Huferkrankungen. Er behandelt Hornspalten und -kluften und rekonstruiert ganze Hornkapselbereiche mittels moderner Klebetechniken.
Der Einsatz innovativer Materialien am Huf eröffnet dem Huftechniker eine Vielzahl von Möglichkeiten. Er kann für jedes Pferd individuell entscheiden, welche Hufschutzart und welches Material das Richtige ist. Er verwendet vor allem Kunststoffe und Aluminium sowie leistungsfähige Kleber. Diese modernen Werkstoffe zeichnen sich durch ihre jeweiligen Vorteile gegenüber dem bisher noch meist eingesetzten Werkstoff Eisen aus. Die Vorteile liegen u. a. im geringen Gewicht, der besseren Stoßdämpfung und dem fehlenden zusätzlichen Resonanzverhalten.
Bei den Befestigungsarten am Huf wählt der Huftechniker unter genageltem und geklebtem Hufschutz. In der Ausbildung lernt er die Anwendung aller Hufschutzarten und kann für jedes Problem Lösungsmöglichkeiten anbieten. Wünscht der Pferdebesitzer einen nagellosen Hufschutz oder läßt das Pferd keine Nagelung zu, wird er den Einsatz von Huf- oder Klebeschuhen empfehlen.
Welcher Huf- oder Klebeschuh der ideale ist, entscheidet der Huftechniker je nach Hufform, Gangverhalten und Größe des Hufes.
Ein guter Barhufgänger, der nur in Zeiten erhöhter Belastung, z.B. im Sommer, einen Hufschutz benötigt, ist ein typischer Fall für den Kunststoffbeschlag. Dieser erhält dem Huf weiterhin nahezu alle Funktionen z. B. neben der horizontalen auch die vertikale Hufmechanik zur Schonung der Gelenke. Sucht der Pferdebesitzer einen Hufschutz für sein Pferd, der den Bewegungsapparat besser schont als das traditionelle Hufeisen und doch über ähnliche Eigenschaften verfügt, wird der Huftechniker den Aluminium- oder Kombibeschlag empfehlen. Diesen setzt er oft als Übergangslösung bei der schrittweisen Umstellung auf das Barhufgehen ein.
Nicht selten sind Hufwände durch jahrelangen Beschlag so zerstört, daß eine Nagelung gar nicht mehr möglich ist. Hier verwendet der Huftechniker Klebeschuhe, die dem Huf die Chance geben, nachzuwachsen, ohne wieder Schwachstellen durch Löcher im Horn zu provozieren. Hornspalten und größere Defekte im Bereich der Hornkapsel kann er mit Kunsthorn auffüllen, so daß lange Lahmheit oder Ruhigstellung des Pferdes vermieden werden. Bei verschiedenen Huferkrankungen sind in Abstimmung mit dem Tierarzt orthopädische Spezialbeschläge nötig.
SSo werden Keile zur Stellungsänderung, Kunststoffplatten mit Silikonpolster zum Schutz der Sohle, umgekehrte Beschläge oder Beschläge mit Steg verwendet. Alle diese orthopädischen Möglichkeiten stehen dem Huftechniker auch ohne den Einsatz des Hufeisens zur Verfügung. Vor allem Klebeschuhe, Aluminium- oder Kombibeschläge lassen sich hier vielfältig einsetzen.
Der Huftechniker hat gegenüber dem Hufpfleger durch den Einsatz eines Hufschutzes noch mehr Möglichkeiten, jedem Pferd gerecht zu werden. Er lernt in der Ausbildung, wie die Materialien verarbeitet werden und welche Kriterien für die Auswahl des richtigen Hufschutzes für jedes Pferd individuell relevant sind. Hier bestehen beträchtliche Unterschiede zur Verarbeitung des traditionellen Hufeisens Die Grundlage für die Anwendung aller Techniken ist die korrekte Barhufpflege. Ihre Kenntnis hat er in der Prüfung zum Hufpfleger unter Beweis gestellt. Oberstes Ziel ist auch für den Huftechniker, das Pferd als Lauftier zu erhalten und ihm ein schmerzfreies und leichtes Laufen zu ermöglichen. |
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