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Hufgeschwür des Jahres 2006

 

 

 

 

Hufgeschwür des Jahres 2006

für Hermann Högn

von der Handwerkskammer für München und Oberbayern

 

 


Laudatio

Der Verwaltungsleiter der BESW Hufakademie Dr. Wurthmann überreicht die Urkunde an Hermann Högn

 

Hufbeschlag, das wissen wir schon geraume Zeit, gehört nicht mehr zum Handwerk. Das stellte das Bundeswirtschaftsministerium – das ist für das Handwerk zuständig - im Sommer 2001 fest. Es gehört nämlich eigentlich in den Zuständigkeitsbereich des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Und das seit Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Ab 2002 begann das Bundeslandwirtschaftsministerium logischer weise mit der Erarbeitung einer neuen Hufbeschlagsverordnung. Da stand natürlich nichts mehr von Handwerk drin. Und das Handwerk mit seinen zentralen Stellen wusste davon. Um es ganz klar zu machen, stand es sogar wortwörtlich im Hufbeschlagsgesetz, das 2005 in den Bundestag eingebracht und 2006 verabschiedet wurde: „Hufbeschlagschmiede ... betreiben kein Gewerbe im Sinne der Handwerksordnung“.

Und darum laufen den Handwerkskammern schon seit einiger Zeit die Hufschmiede davon. Da hätte man von den Handwerkskammern eigentlich einen netten Abschiedsgruß erwartet mit einem artigen „Dankeschön“ für alle die Beiträge, die man den Hufschmieden unberechtigt über ein halbes Jahrhundert abverlangt hat. Ein hübsches Sümmchen. Mit nur einem kleinen Teil davon hätte man ein rauschendes Abschiedsfest feiern und dabei gleichzeitig sogar ein wenig Werbung für einen Verbleib in der Kammer machen können.

Nicht so die Handwerkskammern. Berufsanfänger wurden munter weiter zur Eintragung in die Handwerksrollen aufgefordert. Lustig wurde mit Bußgeldern bis zu 50.000 € gewunken. Die zarter Besaiteten ließen sich davon beeindrucken und traten den Handwerkskammern (dann hab ich halt meine Ruhe) bei. Besonders dreist trieb man es bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern, wo Hermann Högn einem Berufsanfänger sogar noch am 5. Dezember 2006 die Aufforderung zum Eintrag in die Handwerksrolle auf den Gabentisch zum Nikolausvorabend legte. Sonst drohe ......... usw. usw., Sie wissen schon. Ein Versehen? Es „menschelt“ halt? „Leider vom Computer unterschrieben“? Sorry, Herr Högn, wer jemand zur Mitgliedschaft überreden möchte und dabei mit einem Bußgeld droht, sollte zuvor sorgfältig überlegen, ob er das überhaupt darf.

Und darum wird Hermann Högn stellvertretend für alle Handwerkskammern, die dies ähnlich taten, mit dem Hufgeschwür des Jahres 2006 ausgezeichnet. Und dabei kümmert uns überhaupt nicht, ob diese Schreiben aus Unkenntnis, aus Sturheit (weil man glaubt, „die gehören zu uns“), aus Geldgier oder aus Geringschätzigkeit („das kapieren die ja doch nicht und wehren tun die sich bestimmt auch nicht“) geschrieben wurden. Wer anderen auf die Füße tritt, muß damit rechnen, dass der zurück tritt. Hier geschieht dies sinniger weise mit einem Hufgeschwür. Dieses wurde aus den Schreiben der Handwerkskammern geformt und wird Ihnen, Herr Högn und Ihren Kollegen so lange an die Türe genagelt, bis sein übel riechender Gestank auch den letzten auf die Rechtslage aufmerksam gemacht hat.

Mit einem Preisgeld ist diese Auszeichnung freilich nicht verbunden. Wir müssen befürchten, dass dieses doch nur für Schadensersatzforderungen wütender Hufschmiede verwendet würde, die ihre Beiträge zurück haben wollen. Nicht dass wir diese nicht verstehen könnten. Bei einem derartig unverschämten Verhalten, sollten die Handwerkskammern den Schaden aber selbst regulieren. Drum, meine lieben Hufschmiede, nur Mut! Folgen Sie dem Mief des Hufgeschwürs. Er wird Sie direkt zu denen führen, die für diese Dreistigkeit verantwortlich sind: den Hermann Högns in unserem Land.

Glonn, 12.12.2006, Dr. Alexander Wurthmann

 

Hufgeschwür des Jahres 2003

 

 

Hufgeschwür des Jahres 2003 an Heinz Breddemann verliehen

Er leitet die Fachgruppe Hufbeschlag im Fachverband Metall Nordrhein-Westfalens: Heinz Breddemann. Einer der wichtigsten Funktionäre unter den Hufschmieden. Und jetzt verleiht ihm das Deutsche Hufregister das „Hufgeschwür des Jahres 2003“. Geht das mit rechten Dingen zu? So einer sollte doch eigentlich Vorbild sein und für gute Kontakte zu allen sorgen. Was ist da geschehen?

Funktionäre wie Breddemann haben es eigentlich nicht nötig, durch Gossensprüche auf sich aufmerksam zu machen. Ihren Ohren mochten viele Teilnehmer der Hufbeschlagstagung in Pforzheim 2002 jedenfalls nicht trauen, als sie ihren Funktionärsvorderen mit der folgenden Äußerung hörten: „Wie tief muß ein Tierarzt sinken, um sich zum Hufpfleger zu degradieren?“ Und das als einer der ersten Sätze seines Referats zum Thema „Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Hufschmied und Tierarzt“.

Die besseren unter den Tierärzten jedenfalls legen bekanntermaßen großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit Hufexperten. Und dabei sind ihnen Titel und Etiketten eigentlich schnuppe, solange diese ihre Arbeit ordentlich machen. Und ein ordentlich ausgebildeter Hufpfleger oder Huftechniker kann da durchaus beachtliches leisten. Das wird auch unter Tierärzten und Hufschmieden zunehmend anerkannt. Zumeist sind dies allerdings die besseren Vertreter ihres Berufsstandes, die durch gute Arbeit überzeugen können und nicht durch dumme Sprüche zu beeindrucken versuchen. Oder sollte es am Ende gar auf Professor Hertsch gemünzt sein, der schon manche Lanze für die Barhufpflege gebrochen hat und ab und zu auf deren Veranstaltungen auftritt? Wir wissen es nicht. In Pforzheim machte Breddemann seine Äußerung erst nach Prof. Hertsch’s Abreise.

So jämmerlich wie diese Äußerung auch ist, zeigt sie doch mit aller Deutlichkeit den desolaten Zustand, in dem sich ein Teil der Hufschmiede befindet. Rechtzeitig zum „Gute-Wünsche-fassen“ zu Jahresbeginn legt das Deutsche Hufregister jedenfalls den Finger auf einen der Schwachpunkte in der deutschen Hufszene. Wer dem Ansehen des eigenen Berufsstand derartig schadet, muß sich eigentlich fragen lassen: „Wie tief muß ein Hufschmiede-Funktionär eigentlich sinken, damit er sich zu solchen Pöbeleien hinreißen lässt, Herr Breddemann?“ Dafür gibt’s vom Deutschen Hufregister das „Hufgeschwür des Jahres 2003“.